Der erste Einsatz von Computer Vision in der Fertigung ist fast immer die Prüfung: Eine Kamera beobachtet das Produkt und trennt Gutteile von fehlerhaften. Das ist nützlich, lässt aber die wichtigste Frage offen: Warum ist der Fehler entstanden?
Vom Fehler zur Ursache
Werden Bilder mit Bearbeitungsparametern, Materialchargen und Maschinenzuständen verknüpft, wird das Bildverarbeitungssystem zum Analysewerkzeug. Es wird sichtbar, welche Parameterkombinationen einem Anstieg des Ausschusses vorausgehen – und man kann eingreifen, bevor sich das Problem wiederholt.
Bildverarbeitung und Simulation
In manchen Prozessen reicht Beobachtung allein nicht aus. Die Kombination aus hochauflösender Bildgebung, Prozessdaten und Simulationsmodellen ermöglicht es, Beobachtetes mit der Modellvorhersage zu vergleichen, neue Konfigurationen zu validieren und physische Versuche zu reduzieren.
Was es braucht, damit es funktioniert
- stabile, reproduzierbare Aufnahmebedingungen;
- mit den Bildern synchronisierte Prozessdaten;
- zwischen Qualität und Produktion abgestimmte Abnahmekriterien;
- ein klarer Umgang mit unsicheren Fällen.
Die Bildverarbeitungstechnik ist ausgereift. Ihr Wert hängt davon ab, wie sie mit dem Prozess und den Entscheidungen der Verantwortlichen verbunden wird.


